KINOABEND UND FILMGESPRÄCH MIT KATJA RIEMANN​

“…AND HERE WE ARE!” – EINE FILMSCHULE IN MORIA

2. Dezember, 19:30 Uhr im Thalia Kino Dresden (Görlitzer Strasse 6, 01099 Dresden)

Katja Riemann | DE | 2020 | 46 min | OmdU

Wir zeigen Katja Riemann’s Dokumentarfilmdebüt in Dresden in Anwesenheit der Regisseurin. Nach dem Screening wird es ein Filmgespräch geben.Außerdem wird eine kleine Ausstellung unserer grafischen Arbeiten zu sehen sein, die in unserer Recherchezeit auf Lesbos und im Lager Moria entstanden sind.
 
Moria auf der griechischen Insel Lesbos – dieser Name steht für das totale Scheitern europäischer Migrations- und Asylpolitik. Er steht für das alltägliche Leiden von zehntausenden Menschen auf der Flucht. Und doch gibt es auch hier Projekte die Hoffnung und Perspektiven geben können. Das Refocus Media Labs ist ein solches: Gegründet vom Amerikaner Douglas Herman und der Polin Sonia Nandzik lernen hier junge Geflüchtete seit 2018, ihre Sicht auf die Welt in Bildern auszudrücken. Die jungen Student:innen lernen vor allem das Handwerk für Fiction-Film. Im Media Lab finden sie eine Zukunftsperspektive. Durch die Umstände vor Ort produzieren sie aber auch Reportagen. Sie arbeiten dabei mit internationalen Broadcastern wie Al Jazeera, CNN und der BBC zusammen und berichten direkt und aus ihrer Perspektive vom Lageralltag. Katja Riemann ist mit ihrem Dokumentarfilmdebüt ein Dialog zwischen Filmschaffenden gelungen der Geflüchtete als Akteure und nicht als passive Opfer ihrer Umstände porträtiert.

KINOABEND UND FILMGESPRÄCH MIT YASER TAHERI UND REGISSEUR OLE JACOBS

“NASIM” 

28. November, 20:00 Uhr im Thalia Kino Dresden (Görlitzer Strasse 6, 01099 Dresden)

Ole Jacobs und Arne Büttner | 2021 | 85 Minuten | OmdU 

Der Film ist eine sehr nahe und einfühlsame, dokumentarische Beobachtung über das Leben und die Emanzipationsversuche der Afghanin Nasim, die auf ihrem Weg nach Europa im Elendlager Moria gefangen ist. 
 
Nasim ist 38 Jahre und kam im Februar 2020 als Geflüchtete aus dem Iran über die Türkei nach Griechenland, das größte Flüchtlingslager der EU, wurde zwangsweise zu ihrem Wohnort. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Shamsullah, ihren beiden Söhnen und der erweiterten Familie, versucht Nasim das harte Leben im Camp zu überstehen. Ihre emotionslose Zwangsehe, in die sie im Alter von 13 Jahren gedrängt wurde, beginnt sie nun mehr und mehr infrage zu stellen. Ihre Schwester versucht, sie zu einem neuen und unabhängigen Leben zu bewegen. Doch eigene Unsicherheiten und Ängste scheinen ihr im Weg zu stehen. Um in Europa bleiben zu dürfen, muss sie ihre Asyl-Anhörung gemeinsam mit ihrem Ehemann bestehen, dessen Vergangenheit sie kaum kennt. In der Nacht vom 8. auf den 9. September 2020 zerstört ein Großbrand das komplette Lager und Nasim und ihre Familie stehen vor dem Nichts. Es folgen Demonstration, Obdachlosigkeit und Polizeigewalt. Doch Nasim kämpft weiter um ihre Würde und eine Zukunft in Freiheit.
 
Der Film von Jacobs und Büttner ist zugleich ein intimes Plädoyer für ein offenes und anderes Europa. Die Filmemacher durften wir 2020 während des Drehs auf Lesbos kennenlernen und legen euch diesen Abend wärmstens ans Herz.
 
Der Regisseur Ole Jacobs wird am Abend für ein Filmgespräch zur Verfügung stehen. Mit Yaser Taheri, konnten wir einen Gast gewinnen, der selbst in Moria leben musste. Er wird aus seiner Perspektive über das Leben im Lager berichten.
 
Produziert von Rosenpictures
 
 
 
 
 
17. Novemenber, 18:30 Uhr im Dachsaal des Riesa Efau (Wachsbleichstraße 4A, 01067 Dresden)
 
Zu Gast ist der berliner Aktivist und Autor Hamid Mohseni. Gemeinsam wollen wir einen Blick auf die aktuelle Situation im Iran werfen und  überlegen: Warum ist das Thema Iran für uns wichtig und was können wir von hier aus tun?
 
Die revolutionäre Bewegung im Iran – ausgelöst durch den Tod der Kurdin Jina Mahsa Amini in Polizeigewahrsam Mitte September – genießt seit Monaten globale Aufmerksamkeit. Sie ist geprägt von Feminismus, Klassenkampf sowie einer Solidarität zwischen unterschiedlichsten ethnischen und religiösen Gruppen im Land, wie es sie wohl noch nie unter der Islamischen Republik gab. Diese kennt bei Widerspruch nur eine Sprache, die der Gewalt und des Terrors gegen die eigene Bevölkerung. Doch obwohl die Mullahs Experten in der Aufstandsbekämpfung sind, zeigt sich ihre wichtigste Waffe derzeit wirkungslos: die Angst. Und das trotz über 300 Toter und ca 15.000 Festgenommener. Denn die vor allem sehr junge iranische Bevölkerung hat ihr den Kampf um die Zukunft angesagt und ist bereit, ihr Leben dafür zu riskieren.
 
Über den Referenten:
 
Hamid Mohseni ist Autor und Aktivist. Er ist im Iran geboren und in Deutschland aufgewachsen. Seit 2009 beschäftigt er sich intensiv mit Streiks und sozialen Bewegungen im Iran und publiziert dazu in unterschiedlichen Medien auf Deutsch und Englisch. Er lebt und arbeitet in Berlin.